Der Besuch eines buddhistischen Tempels – Schritt für Schritt
- Thai Lernen bei Nuanwun Lachmann
- 28. Juli
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 29. Juli

Einen Tempel besuchen und den Buddha verehren
Der Besuch eines buddhistischen Tempels gehört zu den wichtigsten religiösen Traditionen in Thailand. Buddhisten besuchen Tempel, um Verdienste zu erwerben, zu beten, den Lehrreden des Buddha zuzuhören, zu meditieren und Buddha-Statuen zu verehren. Dabei bitten sie um Glück, Frieden und Segen für ihr Leben.
Wer einen Tempel besucht, sollte sich respektvoll verhalten, angemessene Kleidung tragen und die religiösen Bräuche beachten.
Schritt 1: Vorbereitung vor dem Tempelbesuch
Tragen Sie saubere und angemessene Kleidung.
Schultern und Knie sollten bedeckt sein.
Wählen Sie Schuhe, die sich leicht ausziehen lassen, da sie vor dem Betreten bestimmter Gebäude ausgezogen werden müssen.
Sprechen Sie leise und höflich.
Schalten Sie Ihr Mobiltelefon auf lautlos oder in den Vibrationsmodus.
Schritt 2: Den Tempel betreten
Betreten Sie den Tempel ruhig und respektvoll. Vermeiden Sie lautes Sprechen oder Rennen.
Begegnen Sie Mönchen, Novizen oder älteren Menschen, ist es höflich, sie mit einer Wai-Geste (dem traditionellen thailändischen Gruß mit gefalteten Händen) zu begrüßen.
Schritt 3: Blumen, Räucherstäbchen und Kerzen kaufen (falls vorhanden)
Viele Tempel bieten kleine Opfergaben an, die gegen eine Spende erhältlich sind.
Ein typisches Set besteht aus:
einer Lotusblume oder einem Blumenkranz,
Räucherstäbchen,
zwei Kerzen,
manchmal auch Blattgold.
Wer keine Opfergaben kaufen möchte, kann dennoch den Buddha verehren. Das Wichtigste ist ein aufrichtiger Glaube.
Schritt 4: Schuhe ausziehen
Vor dem Betreten der Ordinationshalle (Ubosot), der Gebetshalle (Viharn) oder anderer heiliger Gebäude müssen die Schuhe ausgezogen und an den dafür vorgesehenen Plätzen abgestellt werden.
Schritt 5: Räucherstäbchen und Kerzen anzünden
Falls es erlaubt ist, werden Räucherstäbchen und Kerzen an den dafür vorgesehenen Stellen angezündet.
Brennende Räucherstäbchen oder Kerzen sollten nicht mit in das Gebäude genommen werden.
Üblicherweise verwendet man:
drei Räucherstäbchen,
zwei Kerzen.
Die drei Räucherstäbchen symbolisieren die Verehrung der Drei Juwelen:
Buddha,
Dhamma (die Lehre),
Sangha (die Mönchsgemeinschaft).
Schritt 6: Vor den Buddha treten
Gehen Sie ruhig und respektvoll zum Haupt-Buddha.
Drängeln Sie nicht und stören Sie keine anderen Besucher.
Wenn gerade gebetet wird, warten Sie einen geeigneten Moment ab.
Schritt 7: Die richtige Sitzhaltung
Männer sitzen gewöhnlich im Schneidersitz.
Frauen sitzen häufig seitlich mit untergeschlagenen Beinen.
Die Füße sollten niemals auf die Buddha-Statue, auf Mönche oder auf andere Menschen zeigen, da dies als unhöflich gilt.
Schritt 8: Den Buddha dreimal verneigen
Legen Sie Blumen, Räucherstäbchen und Kerzen vor der Buddha-Statue ab.
Danach verneigen Sie sich dreimal.
So verneigt man sich
Knien oder setzen Sie sich in eine angemessene Haltung.
Falten Sie die Hände vor der Brust.
Senken Sie den Kopf.
Berühren Sie mit Stirn und Händen den Boden.
Richten Sie sich wieder auf.
Wiederholen Sie dies insgesamt dreimal.
Schritt 9: Ein Gebet sprechen (optional)
Nach der Verneigung kann das traditionelle Gebet gesprochen werden:
„Namo Tassa Bhagavato Arahato Sammāsambuddhassa.“
Dieses Gebet wird dreimal wiederholt.
Anschließend kann man weitere Gebete sprechen oder still beten.
Schritt 10: Ein persönliches Gebet
Schließen Sie die Augen, beruhigen Sie Ihren Geist und sprechen Sie Ihr persönliches Gebet.
Viele Menschen bitten beispielsweise:
um Gesundheit,
um Weisheit,
um Glück für ihre Familie,
um Erfolg bei guten Taten.
Schritt 11: Blattgold aufbringen (falls erlaubt)
In einigen Tempeln dürfen Besucher Blattgold auf Buddha-Statuen aufbringen.
Dabei sollten stets die Regeln des Tempels beachtet und nur die dafür vorgesehenen Stellen verwendet werden.
Schritt 12: Verdienste erwerben und spenden
Wer möchte, kann Verdienste erwerben durch:
das Spenden eines Opferkorbs für die Mönche,
Geldspenden,
Unterstützung der Tempelpflege,
Spenden für Wasser, Strom oder Bildungsprojekte.
Eine Spende sollte immer freiwillig erfolgen; ihre Höhe ist nicht entscheidend.
Schritt 13: Den Segen der Mönche empfangen
Erteilen Mönche einen Segen, sitzt man ruhig da, faltet die Hände und hört aufmerksam zu.
Besprengen die Mönche die Gläubigen mit Weihwasser, nimmt man dies respektvoll entgegen.
Schritt 14: Den Tempel verlassen
Vor dem Verlassen der Gebetshalle verneigen sich viele Besucher noch einmal vor der Buddha-Statue.
Stehen Sie anschließend ruhig auf. Drehen Sie der Buddha-Statue nicht unmittelbar den Rücken zu. Falls ausreichend Platz vorhanden ist, treten Sie zunächst einige Schritte rückwärts und wenden sich dann zum Gehen.
Nachdem Sie das Gebäude verlassen haben, ziehen Sie Ihre Schuhe wieder an und verlassen den Tempel ruhig und respektvoll.
Verhaltensregeln im Tempel
Tragen Sie angemessene Kleidung.
Sprechen Sie leise.
Berühren oder besteigen Sie keine historischen oder religiösen Gegenstände.
Richten Sie Ihre Füße niemals auf Buddha-Statuen oder Mönche.
Klettern Sie nicht auf den Sockel einer Buddha-Statue, um Fotos zu machen.
Essen und Trinken in der Ordinationshalle oder Gebetshalle sind zu vermeiden.
Befolgen Sie die Regeln des jeweiligen Tempels.
Halten Sie den Tempel sauber und respektieren Sie den heiligen Ort.
Zusammenfassung
Der Besuch eines buddhistischen Tempels bedeutet weit mehr als nur das Verneigen vor einer Buddha-Statue. Er ist eine Gelegenheit, Achtsamkeit, innere Ruhe und Respekt zu üben. Wer die traditionellen Abläufe und die Tempel-Etikette beachtet, erlebt den Tempelbesuch als bereichernde und segensreiche Erfahrung.
Wenn der Leser die thailändische Sprache intensiver erlernen möchte, ist nebenweitererLiteratur, die sich mit der Grammatik sowie dem Lesen und Schreiben derthailändischenSprache befasst, auch der Unterricht mit einem/einer Muttersprachler/-inhilfreich.


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